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  Die Geschichte der Mark  

Die Mark ist eine uralte Gewichtseinheit mit vermutlich germanischem Ursprung. Sie entsprach einem halben Pfund und wurde im Hochmittelalter zum wichtigsten Bezugsgewicht für Münzen. Die Mark war regional unterschiedlich "schwer", wobei sich aus der Vielzahl dieser verschiedenen Mark-Gewichte im 14. Jahrhundert die Kölner Mark durchzusetzen begann. Eine Kölner Mark entsprach genau 233,856 Gramm. Im Jahre 1524 auf dem Reichstag zu Esslingen wurde sie als reichsweit gültiges Münzgewicht festgelegt. Bald darauf wurden etwa bis zum Jahre 1700 aus einer Mark Feinsilber 9 Reichsthaler mit einem Gehalt von jeweils 25,984 Gramm Silber geprägt.

Friedrich II. von Preußen führte im Jahre 1750 den Graumannschen Münzfuß in seinem Herrschaftsgebiet ein. Dieser sah die Prägung von 14 Talern aus einer Mark Silber vor. Auf den Talermünzen vermerkte man diesen Edelmetallgehalt in der Umschrift mit den Worten "XIV EINE FEINE MARK". Erst im Jahre 1857 änderte man im Wiener Münzvertrag das Bezugsgewicht und löste die Kölner Mark durch das 500 Gramm schwere Neue Pfund des Deutschen Zollvereins ab. Doch der Name "Mark" sollte nicht für lange Zeit von der Bildfläche verschwinden.

Im Jahr der Gründung des Deutschen Kaiserreiches wurde im Münzgesetz vom 4. Dezember des Jahres 1871 die Mark zur Währung des neuen Staates erklärt. Eine Mark wurde in 100 Pfennige unterteilt und auf den Wert des dritten Teils des Zollvereinstalers festgelegt. Dies entsprach 1/2790 Kilogramm Feingold bzw. 0,35838 Gramm Feingold je Mark. Damit bestanden feste Wechselkurse zu anderen Goldstandard-Währungen, z.B. zum US-Dollar im Verhältnis 4,20:1.

Bereits im Jahre 1871 begann man mit der Prägung der ersten Goldmünzen im Wert von 20 Mark. In einer Übergangszeit kursierten parallel zu den neuen Münzen der Mark-Währung noch unzählige der alten deutschen Landesmünzen. Dem Fortschritt der Münzprägung folgend wurden am 1. April 1874 alle alten deutschen Landesgoldmünzen sowie die gleichgestellten ausländischen Goldmünzen außer Kurs gesetzt. Ab November 1876 blieben von den Münzen aus der Ära vor der Mark lediglich noch die im 14- bzw. 30-Taler-Fuß geprägten 1-Taler-Münzen sowie die österreichischen 1- und 2-Taler-Stücke im Umlauf. Diese Münzen wurden im Jahre 1901 (österreichische Taler) bzw. 1907 (deutsche Talerstücke) ungültig. Auf Grund der Beliebtheit der Taler bei der Bevölkerung entschloß man sich ab dem Jahre 1908 zur Prägung des wertgleichen 3-Mark-Stückes.

Eine Besonderheit waren außerdem die 1-Heller-Münzen im Wert eines halben Pfennigs, welche in Bayern auch nach 1876 gültig blieben. Man fürchtete dort Proteste, falls der Bierpreis um einen ganzen Pfennig angehoben werden müßte. Die Hellermünzen verschwanden im Laufe der folgenden Jahre aber von selbst aus dem Umlauf.

In den ersten vier Jahrzehnten gab es keine nennenswerten Preissteigerungen im Deutschen Kaiserreich, denn bis zum Jahre 1909 waren, von den Talermünzen abgesehen, lediglich die Goldmünzen unbegrenztes gesetzliches Zahlungsmittel. Erst ab 1910 erhielten auch Banknoten diesen Status. Eine Annahmepflicht für Silbermünzen bestand nur bis zu einem Gesamtwert von 20 Mark und für Kupfermünzen bis 1 Mark.

Noch vor dem ersten Weltkrieg verdrängten getreu dem Greshamschen Gesetz die Banknoten die Goldmünzen immer mehr. Nach Kriegsausbruch verschwanden die Goldstücke praktisch komplett (und für immer) aus dem Umlauf. Ebenso erging es wenig später den Silbermünzen. Der Kurs der Papiermark begann als Folge der Kriegskosten stetig zu sinken und die Preise im Deutschen Reich entsprechend zu steigen. 1918 wurde eine Silbermark bereits zum Kurs von zwei Papiermark angekauft. Was damals noch kaum jemand ahnte war aber die Katastrophe, welche in den Nachkriegsjahren ihren Lauf nehmen sollte.

Um den Weltkrieg finanzieren zu können, gab das Kaiserreich Kriegsanleihen heraus. Diese sollten von der Bevölkerung gekauft und nach dem siegreichen Ende des Krieges mit Gewinn zurückgezahlt werden. War die Bereitschaft des Volkes zur Zeichnung dieser Anleihen zunächst sehr groß, nahm sie mit fortschreitendem Kriegsverlauf und zunehmender Kriegsmüdigkeit und Verarmung immer weiter ab. Ein stetig größer werdender Anteil dieser "Wertpapiere" mußte daher monetarisiert werden. Insgesamt belief sich dieser frisch der Druckerpresse entnommene Betrag auf rund 75 Milliarden Mark. Damit war ein wichtiger Nährboden für die kommende Inflation geschaffen worden.

Nach dem Kriegsende verzeichnete das Deutsche Reich große Verluste an Land, Industrie, Infrastruktur, Bodenschätzen und Menschen. Belastend kamen die Deutschland im Friedensdiktat von Versailles aufgebürdeten immensen Reparationsleistungen hinzu. Die Regierung der jungen Weimarer Republik versuchte, einen Teil dieser Zahlungen mit Hilfe von frisch geschaffenem Papiergeld zu begleichen und auf diese Weise auch die Schulden zu entwerten. Zumindest bei den Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem eigenen Volk gelang dies auch - im Verlauf der bald darauf einsetzenden Hyperinflation wurden alle in der Kriegseuphorie gezeichneten Anleihen völlig wertlos. Nicht anders erging es allen anderen vorhandenen Geldvermögen auf Mark-Basis. Im November 1923 mußten auf dem Höhepunkt der Hyperinflation für einen US-Dollar 4,2 Billionen Mark bezahlt werden.

Während der Phase der Hyperinflation spielten Münzen in Mark-Währung praktisch keine Rolle. Das Tempo der Planung und Fertigung von Münzen konnte mit dem der Geldentwertung einfach nicht mehr Schritt halten.

Es gab verschiedene Ideen, wie die außer Kontrolle geratene Inflation gestoppt werden könnte. Man entschied sich für eine übergangsweise eingeführte Parallelwährung. Als Sicherheit standen zwangsweise herangezogene Sachwerte der deutschen Privatwirtschaft hinter dieser "Rentenmark" genannten Währung. Alle Besitzer von landwirtschaftlichen Immobilien mußten sich eine sechs Prozent des Grundstückswertes betragende Zwangshypothek als Grundschuld ins Grundbuch eintragen lassen und an den Staat abtreten. Auf Industrie- und Gewerbeimmobilien erfolgte eine entsprechende staatlich verordnete Eintragung von Schuldverschreibungen zu gleichen Bedingungen. Dadurch summierte sich ein Gegenwert von 3,2 Milliarden Goldmark als Grundkapital für die am 15. Oktober 1923 gegründete Rentenbank, welche die Rentenmark herausgab.

Das Verhältnis der Rentenmark zur inflationierten Mark-Währung wurde auf 1:1 Billion festgelegt. Damit war gleichzeitig der Vorkriegskurs zu goldbasierten Währungen wie dem US-Dollar wieder hergestellt. Die Rentenmark stellte anfangs kein gesetzliches Zahlungsmittel dar, über die Annahme dieser Währung konnte jeder frei entscheiden. Doch das Volk akzepierte das neue Geld und die Hyperinflation wurde von einem Tag auf den anderen gestoppt.

Am 30. August 1924 ersetzte die Reichsmark die wertlos gewordene Mark-Währung des einstigen Kaiserreiches. Im Oktober des gleichen Jahres wurde auch die Rentenmark zum gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Reichsmark und Rentenmark existierten von da an 24 Jahre lang zum Kurs von 1:1 parallel nebeneinander her. In offiziellen Dokumenten durfte aber als Währung nur noch die Reichsmark genannt werden.

Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges verfiel auch der Wert der Reichsmark rapide. Schuld daran war auch diesesmal der kriegsbedingte Geldüberhang, u.a. durch den teilweisen Wegfall des entsprechenden Gegenwertes. Am 21. Juni 1948 wurde ohne Vorankündigung in den drei Westzonen die Deutsche Mark (DM) als neue Währung eingeführt. Jeder Bürger konnte 40 DM zum Kurs 1:1 erwerben, die restlichen Guthaben in Reichsmark wurden im Verhältnis 100:6,5 (Verbindlichkeiten 10:1) umgetauscht. Die Kleinmünzen von 1 bis 50 Reichspfennig liefen für einige Monate noch für ein Zehntel ihres aufgeprägten Nennwertes weiter um. Auch diese neue DM-Währung war bis Anfang der 70er Jahre mit einem festen Wechselkurs an den US-Dollar gekoppelt, wieder im "historischen" Verhältnis von 4,20:1.

Etwa einen Monat nach der Einführung der Deutschen Mark in der "Trizone" zog die von der westdeutschen Währungsreform völlig überraschte russische Besatzungszone nach und führte ihrerseits eine ebenfalls "Deutsche Mark" genannte Währung ein. Damit war die Ära der Reichsmark endgültig vorbei.

Während nun in Westdeutschland eine über Jahrzehnte hinweg für "Papiergeld" recht stabile Währung existierte, blieb die "Ost-Mark" eine reine Binnenwährung und vergleichsweise kraftlos. Sie erfuhr in der Folgezeit mehrere Wandlungen. Im Jahre 1964 trat an die Stelle der "DM" (Ost) die "Mark der deutschen Notenbank" (MDN), welche vier Jahre später in "Mark der DDR" umbenannt wurde. Kurz vor dem Ende der DDR wurde im Juli 1990 auch in Ostdeutschland die Deutsche Mark (West) als alleiniges Zahlungsmittel eingeführt.

Die Deutsche Mark genoß schon bald im In- und Ausland hohes Ansehen. Sie symbolisierte die wiedergewonnene Wirtschaftskraft der Bundesrepublik Deutschland nach dem verlorenen Krieg. In einigen Ländern mit zerrütteten finanziellen Verhältnissen kursierte die D-Mark sogar als - meist inoffizielle - Zweitwährung. Deutschland zahlte als Preis für die Wiedervereinigung im Jahre 1990 u.a. mit der Aufgabe seiner erfolgreichen und stabilen Mark zugunsten einer europäischen Gemeinschaftswährung.

Am 01. Januar 1999 wurde die Deutsche Mark vom Euro als Buchgeld abgelöst, blieb aber noch bis ins Frühjahr des Jahres 2002 hinein als Bargeld im Umlauf. Damit endete die 130 Jahre währende wechselvolle Geschichte der Mark als Zahlungsmittel der Deutschen.

weiterführende Informationen:
Entstehung und Geschichte des Geldes
Der Taler
Die Rentenmark
Die Mark der DDR
Die Geschichte des Euro
Das endgültige Ende der Ost-Mark
Währungsreformen in Deutschland



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